KONZERTANTE INSTALLATION MIT KATRYN HASLER, VIOLINE // 2009
nordhoch
Konzertante Installation für Violine, selbst spielende Zither
und Elektronik.
Dauer: 14'06" min
Violine: Katryn Hasler
Zeit wird biegbar, wird verbogen. So stark und so lange,
bis sie still steht.
Der Stillstand ist wie ein Steinblock. Dem Prozess des Steinbildhauens gleich, wird
langsam und unmerklich Material herausgemeisselt, geschliffen und gefeilt.
Was bleibt, ist eine filigrane Skulptur. Und mit der Skulptur setzt Bewegung ein;
nie ganz enden wollende Bewegung.
Nordhoch ist ein Spiel nicht nur mit Zeit und Zeiten, sondern auch eines mit
Konventionen: die Geigerin wird zur fast bewegunslosen Skulptur während die selbst
spielende Zither zum eigentlicher Akteur wird.
Allmählich lösen sich die Grenzen zwischen konzertantem Werk und installiertem Klang,
zwischen Mensch und Maschine, zwischen Zeit und Un-Zeit.
Selbst spielende Zither
Eine Akkordzither wird für dieses Stück mit Elektromagneten und einer eigenen Elektronik
ausgestattet. Von insgesamt fünf Elektromagneten dienen zwei dazu, zwei C-Saiten der
Zither anzuzupfen und drei weitere können weitere drei C-Saiten permanent in
Schwingung halten. Ein spezielles USB-Spannungs-Interface erlaubt es,
von Max/MSP aus die 5 Töne der Zither zu steuern und damit zu spielen.
Form
Die »konzertante Installation« ist zweiteilig. Die Idee des ersten Teiles ist es,
einen vielstimmigen und vielschichtigen »Drone« aus gehaltenen und gesampleten
Violintönen und permanent klingenden Zitherklängen zu erstellen. Auf diesen dichten,
intensiven Klangteppich wird nach und nach die rhythmische Verstärkung (das »Gate«)
angewendet. Immer weniger Klang kann zu den Lautsprechern passieren; langsam entstehen
durch diese Auslassungen wahrnehmbare Rhythmen. Nach diesem subtraktiv gedachten
ersten Teil folgt abrupt der additiv aufgebaute zweite Teil. In die Leere werden
einzelne Zupfklänge von der Violine wie auch von der Zither gesetzt. Aus dem
Nichts entwickelt sich dieser Teil zu einem filigran genähten Drone, der dem
Anfangsklang ähnelt: eine sehr schnell bewegte Textur.
Aufführungen
15.01.2009 Zürcher Hochschule der Künste
NORDHOCH (AUSSCHNITT)